Ein Gespenst geht um in Europa: Die Afrikanische Schweinepest

Viele Tageszeitungen und Fachblätter prognostizieren derzeit den bevorstehenden Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Sachsen. Bauern und Landwirt sind entsprechend alarmiert. Doch wie gefährlich ist die ASP überhaupt, wie sehen die bisherigen Ausbruchsraten aus und was wird gegen die Krankheit getan?

Laut dem Friedrich-Löffler-Institut, dem deutschen Bundesinstitut für Tiergesundheit, ist die ASP eine Tierseuche, von der Haus- und Wildschweine betroffen sind und die für den Menschen ungefährlich ist. In den afrikanischen Ursprungsländern wird sie vorwiegend durch Lederzecken auf Warzen- und Buschschweine übertragen. Bei uns in Mitteleuropa jedoch findet die Übertragung durch den direkten oder indirekten Kontakt mit infizierten Tieren statt, etwa durch Blut, Speichel oder andere Sekrete. Aus diesem Grund hat sich die Seuche in den letzten Monaten mit Hilfe der Landwirtschaft, dem Handel und über die Autobahnen aus Osteuropa rasant ausgebreitet. Auf ihrem Weg von Afrika über Russland und Osteuropa, ist sie nun bis nach Tschechien und Polen vorgedrungen. Dort werden die Schweine mittlerweile auch mit Hilfe von Polizeieinheiten geschossen oder in Rotten isoliert erlegt.

Auch wir in Sachsen müssen in den nächsten Monaten mit Fällen der ASP im Wildschweinbestand rechnen. Aus diesem Grund sind wir nun in die Offensive gegangen und haben auf Landesebene Präventivmaßnahmen gegen den Ausbruch der ASP veranlasst. Ein Weg zur präventiven Steuerung eines Ausbruches der ASP ist die gezielte Reduzierung des gefährdeten Wildschweinbestandes. Hier haben wir das Sächsische Jagdgesetz geändert, wodurch nun mit Schalldämpfern und Nachtsichtgeräten eine bessere und effektivere Jagd auf Schwarzwild ermöglicht wird. Darüber hinaus wird das Sächsische Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft für den Ernstfall ermächtigt, die Fangjagd befristet zuzulassen und sogenannte überjagende Jagdhunde zu dulden. Zudem bereiten sich derzeit die Veterinärämter der Landkreise darauf vor, in kurzer Zeit, viele Schweine auf die Seuche hin untersuchen zu können. Neben diesen Maßnahmen bleibt es natürlich wichtig, dass besonders Pendler und Berufskraftfahrer weiter für dieses Thema sensibilisiert werden, Autobahnparkplätze sauber halten und besonders auf die Einfuhr von potentiell kontaminiertem Fleisch nach Sachsen verzichten.     

Obwohl wir natürlich nicht jede Wurst kontrollieren können, gibt es keinen Grund zur Panik. Zwar mussten Ende 2017 in Russland mehrere tausend Tiere gekeult werden, schaut man sich jedoch die aktuellen Zahlen in der EU an, sieht die Prognose weniger verheerend aus. Seit dem 01. Januar 2018 wurden danach in den Ländern der EU insgesamt 1.331 befallen Tiere gemeldet. Davon waren 1.325 Wildschweine und lediglich 6 Hausschweine betroffen. Wichtig ist somit, neben der Ausbreitungsprävention, dass Haus- und Mastschweine im Fall eines Ausbruches isoliert bleiben, um Verluste zu vermeiden.